Posted by: pflegeambulant on: August 11, 2011
Wohin? – Diese Frage stellen sich viele Menschen im Alter. Ein Pflegeheim kommt selten in Frage oder ist erste Wahl – selbst bei Demenzpatienten. Alleine Leben? – Auch diese Alternative ist aussichtslos.
Seit einigen Jahren finden wir in Deutschland vermehrt sogenannte Senioren-WGs. Viele dieser Wohngemeinschaften sind spezialisiert, also auch für demente Patienten geeignet.
Die Angehörigen machen sich oft berechtigte Sorgen. Ist die Versorgung der Bewohner gewährleistet, wie ist die Betreuung organisiert? Funktioniert diese Betreuungsform auch dann noch, wenn es den Bewohnern schlechter geht und sie intensiv gepflegt werden müssen?
Antworten sind meist individuell zu erfragen, doch üblicherweise sind die Pfleger in diesen WGs rund um die Uhr für die Senioren da. Doch auch die Senioren können sich untereinander unterstützen. Wer noch fit genug ist, hilft zum Beispiel in der Küche oder übernimmt kleine Aufgaben im Haushalt. Gemeinsame Aktivitäten werden dort genauso gefördert, wie Privatsphäre. Ein Grund, warum Pflegebedürftige sich oft vor Heimen scheuen.
Doch ähnlich wie in den Heimen gibt es in WGs Gemeinschaftsräume, oft geteilte Bäder und einen gemeinsam genutzten Garten oder eine Terrasse. Hier ist die Ähnlichkeit zu Heimen oft greifbar nahe. Dennoch ist der Umgang hier freundschaftlicher. Die Gemeinschaft bildet sich stärker heraus und der Zusammenhalt ist größer. Wer noch kann, hilft sogar den neuen Freunden bei der Grundpflege oder schiebt den Rollstuhl durch die Parks.
In den meisten WGs fühlen sich die Bewohner sehr wohl.
Posted by: pflegeambulant on: July 26, 2011
Sterben gehört zum Leben dazu. Trotzdem fällt es schwer, den letzten Lebensweg zu beschreiten. Für manche kommt der Augenblick völlig unerwartet. Plötzlich aus dem Leben gerissen, fehlt ein Stück im Herzen. Doch die Alternative ist keinesfalls besser oder leichter erträglich. Pflegebedürftigkeit, die vollständige Abhängigkeit von Anderen ist weder leicht für die Betroffenen, noch für deren Angehörige.
„Ich kann nicht heilen, aber helfen. Manchmal nur mit Worten.“ So die schwerfällige Aussage des Palliativexperten, der am Bett meines Großvaters steht. Mut sollen seine Worte geben – und Hoffnung. Mir geben sie weder das eine, noch das andere. Mich stimmen sie traurig und verzweifelt. Palliativexperte – das bedeutet, es kann morgen soweit sein oder nächste Woche. Unsicherheit. Nur eines weiß ich sicher: Gesund wird er niemals wieder.
Muss denn ein Mann an dem Bett meines Großvaters stehen, der sich selbst Palliativexperte nennt? Als mein Großvater davon erfuhr, wusste er mit dem Begriff selbst nichts anzufangen. „Palliativ“, stammelte er entsetzt. Als käme das Wort vom Mond oder vom Mars. In Wahrheit bedeutet es nur eines: Andere Ärzte haben dich aufgegeben. Zu retten bist du nicht mehr.
Reicht es nicht, einem Sterbenden tröstend die Hand zu halten? Wie viel Expertentum benötigt ein Mensch an seinem Lebensende? Palliativmedizin ist mehr nur eine organisierte und qualitätskontrollierte Dienstleistung, die sich an medizinischen Leitlinien und Standards ausrichtet. Wie viel Raum lässt die fachkundige Begleitung für Themen, wie Liebe, Not, Zuneigung, Angst und Sehnsucht?
Manchmal wünsche ich mir und meinem Großvater eine liebevolle Krankenschwester. Einen engagierten Zivildienstleistenden. Eine aufmerksame Freiwillige. Mich – wenn ich doch nur die Zeit hätte. Wenn er Schmerzen hat, denke ich oft, dass der Palliativmediziner vielleicht doch nicht so schlecht für ihn ist. Durch die betäubende Wirkung der Schmerzmittel und Medikamente gleitet er leicht aus dem Hier und Jetzt. Wird mir langsam genommen – langsam und schmerzlos. Eine erneute Spritze und ich sehe zu, wie seine Hand langsam aus der meinen gleitet. Ich lege sie sanft an seine Seite.
Ich muss gehen. Ihn alleine lassen. Gut umpflegt oder einsam? Oft weiß ich es nicht. Seine Tränen verraten mir nicht, ob es die Einsamkeit ist um die er weint oder der Schmerz. Vielleicht beides. Vielleicht wünscht er sich auch nur zu gehen. Hierfür gibt es keine Medizin, nur stilles Warten.
Posted by: pflegeambulant on: July 26, 2011
Ich bin Annika. Seit einiger Zeit stelle ich fest, dass immer mehr Menschen in meinem Umfeld pflegebedürftig werden. Da wäre meine Tante Esther, die vor einem Jahr einen schweren Schlaganfall hatte und seither ständig umsorgt werden muss. Die Großmutter meiner besten Freundin, die schon seit einiger Zeit ans Bett gefesselt ist. Und dann zu meinem großem Leid, mein lieber Opa. Sein Kopf ist noch fit, wie eh und je, nur sein Körper scheint dem täglichen Aufwand nicht mehr gewachsen zu sein.
Für alle, die es interessiert und die vielleicht selbst betroffen sind, hoffe ich hier einen kleinen Mehrwert zu bieten.
Liebe Grüße
Annika